Über “Da war mal was…” (3)

Auch der “Schekker”, das Jugendmagazin der Bundesregierung, befasst sich in seiner September-Ausgabe mit “Da war mal was…”:

DA WAR MAL WAS…

Das denken wahrscheinlich viele, die am ehemaligen Mauerstreifen in Berlin vorüber gehen. Comiczeichner Flix erzählt Schekker, warum er den Satz zum Titel seines neuen Comics gemacht hat.

Schekker: An was kannst du dich denn beim Mauerfall erinnern?

Flix: Als die Mauer fiel, bekam ich das zwar mit, begriff aber nicht, dass das ein historischer Moment war, obwohl ich schon 13 Jahre alt war. Wenig später hatte mein Klassenkamerad Mauerstückchen und einen kleinen Trabi aus Plaste. Ich fand das super und wollte es auch haben. Ich glaube viele Leute in meinem Alter nahmen den Mauerfall nicht als historisches Ereignis wahr. Seitdem ich in Berlin wohne, beschäftige ich mich allerdings intensiv mit diesem Ereignis. In dieser Stadt kommt man an dem Thema nicht vorbei.

Schekker: Ist ein Comic überhaupt die richtige Form für so ein schweres Thema?

Flix: Man könnte das auch als Film machen, mit kleinen Episoden oder als Roman, der Meinungen von verschiedenen Leuten aneinander reiht. Der Vorteil des Comics ist, dass ich eine Geschichte anders erfahren kann, als wenn ich nur lese und die Bilder in meinem Kopf entstehen müssen. Gleichzeitig habe ich mehr Gedankenspielraum als im Film, der mir genau vorgibt, welche Bilder ich wann zu sehen habe. Ich habe jeder Geschichte eine andere Farbe gegeben, die den Leser in eine bestimmte Stimmung versetzt.

Schekker: Welche Geschichte hast du denn der Farbe Rot zugeordnet?

Flix: Rot war die beliebteste Farbe. Zu ihr gibt es mehrere Geschichten. Da habe ich einmal die Geschichte von Oliver, der versuchte Literatur zu seiner Freundin in den Osten zu schmuggeln, dann die Geschichte von Alex, der seine Urgroßmutter in einem Ostberliner Altenheim besuchte und die Geschichte von Jakob, dessen Vater als Pfarrer Reisen zu einer Partnergemeinde im Osten organisierte. Ich habe aber nicht versucht, den Farben politische Bedeutungen zuzuordnen. Es sollen eher emotionale Farben sein.
[...]

Das ganze Interview findet sich auf www.schekker.de. Die Fragen stellte Stefanie Ender.

jetzt kommentieren? 15. September 2009

Über “Da war mal was…” (2)

Der freie Journalist Stefan Pannor hat vor ein paar Tagen eine Rezension über “Da war mal was…” verfasst:

Erinnerungen sind selbstverständlich trügerisch. War der Kirschbaum im Garten wirklich so groß? Roch es bei der Tante wirklich so komisch? Ist Colt Seavers wirklich der coolste Held aller Zeiten?

Und überhaupt: wie war das denn früher, in Deutschland, damals noch BRD und DDR?

Für „Da war mal was …“ lässt Flix erinnern. Der Band druckt jene Geschichten ab, die seit geraumer Zeit im Berliner „Tagesspiegel“ erscheinen. Flix hat illustriert, was Freunde und Bekannte und Zufallsbekannte ihm erzählt haben, über früher und über hüben und drüben. Es sind sechsundzwanzig kurze Aufnahmen dessen, was vom Damals übrig bleibt. Ulrich erinnert sich, wie er bei einem Ostbesuch verloren ging. Moritz daran, wie er sich die DDR als großes schwarzes Loch vorstellte. Gero an den Zwiespalt, daheim Westpakete zu öffnen und in der Schule den braven Jungpionier zu spielen.

Auch wenn viele Erinnerungen mit der DDR zu tun haben, ist es weder ein absolut auf den Osten Deutschlands reduzierbares Buch noch ein zwingend politisches. Diverse Geschichten spiegeln ganz normalen Alltag unter besonderen Umständen - wie Hanno in der DDR James Bond spielte oder wie Anjas Wellensittich die Titelmelodie der Tagesschau auswendig lernte.

Es ist ein überaus privates Buch - und das Private ist nicht immer nett. Flix illustriert auch Erzählungen von Republikflucht, von Stasiverhören, von Nachwendetraumata. Weil Flix hier nicht sich selbst zeichnet, kommen die Geschichten ohne die mitunter etwas penetrante Harmoniesucht seiner sonstigen Comics aus. Im Gegenteil: neben den amüsanten und romantischen Erzählungen sind einige Geschichten düster, bitter, neurotisch. Heikes Geschichte von der Fehlgeburt mit vierzehn etwa. Oder Meike, die berichtet, wie ihre Eltern nach drüben - nämlich in die DDR - ausgewandert sind, nur um dort letztlich ebenso vom System frustriert zu sein wie in der alten Heimat.

Die ungewohnten Sujets erzwingen ungewohnte grafische Umsetzung. Wie in keinem anderen seiner Bücher experimentiert Flix hier mit der Form, gestaltet Seiten als Memoryspiel, als alptraumhafte Silhouettensequenz oder als große Ausklappseite. Schatten und Schraffuren erweitern seinen üblichen Strich hier markant.

Damit rekonstruiert Flix in begeisternder grafischer Vielfalt Erinnerungen, die nicht die seinen sind. Macht aber aus ihnen - gerade weil Erinnerungen eben dazu neigen, subjektiv, trügerisch und verfremdet zu sein und weil jede Erinnerung damit etwas Einmaliges ist - ganz und gar eigenständige Episoden.”

Ouelle: Forum der Comic-Combo Leipzig

jetzt kommentieren? 10. September 2009

Dwmw vom 29.08.2009

Dies ist die fünfunddreissigste Folge von “Da war mal was…”, sie ist am 29.08.09 im Berliner Tagesspiegel erschienen.

Der Kommentar meines Freundes und Kollegen Joscha zu dieser Folge lautete: “Schöne Folge. Schade, dass die Neuen nicht mehr im Buch landen.” Das finde ich auch. Irgendwie hat ein gedrucktes Buch so etwas Endgültiges. Es wirkt, als ob das, was drin ist wichtig ist und das, was nicht drin ist, nicht wichtig. Oder weniger wichtig. Aber das stimmt nicht. Wie man sieht.

bisher 3 Kommentare 31. August 2009

Über “Da war mal was…” (1)

Der Internetsender lettra.tv hat einen sehr schönen, kleinen Beitrag über “Da war mal was…” gedreht. Zu bestaunen ist er hier.

bisher 1 Kommentar 31. August 2009

Dwmw-Signierstunde

Am 05. September 2009 signiere ich um 14:00h “Da war mal was…” (und alle meine anderen Bücher auch). Und zwar im Berliner Comicladen “Grober Unfug”. Wer also die Ausstellungseröffnung an der Bernauer Strasse verpassst hat, hat hier nochmal die Gelegenheit, sich was ins Buch reinzeichnen lassen. Man hat mir gesagt, man würde sich über zahlreiches Erscheinen freuen. :)

“Grober Unfug”, Weinmeisterstr. 9, 10178 Berlin-Mitte, Eintritt frei!
www.groberunfug.de

bisher 5 Kommentare 25. August 2009

OpenAir-Ausstellung (4)

DANKE!!!

Es war ein großartiger Tag. Alles war pünktlich fertig, die AluDibond-Platten haben exakt auf die Plakatwände gepasst, kaum hingen sie, fingen an, die Leute stehen zu bleiben und zu lesen. Das war ein irres Gefühl. Wann hat man das schon mal, dass man unmittelbar sehen kann, wie Menschen die eigenen Arbeiten rezipieren. Ohne, dass sie es müssen. Ohne Druck von aussen. Einfach, weil sie es irgendwie anspricht. Toll.

Gegen Neunzehn Uhr trudelten die ersten Eröffnungsgäste ein, die sich fröhlich auf dem Gelände vor der Kapelle der Versöhnung tummelten, das viele fleissige Hände in ein “Da war mal was…”-Areal verwandelt hatten. Erst waren da fünf Leute, dann zehn, dann kam ein Reporter, dann waren da fünfzehn Leute und als sich gegen Vietel nach Acht der Tagesspiegel-Redakteur Lars von Törne auf die kleine Bühne schwang, um die Gäste zu begrüssen, hatten sich über 200 Leute auf dem Gelände versammelt. Das Wetter war großartig, die Stimmung ebenso, man stand an betischdeckten Bistrotischen, es gab erst Wein, dann Reden und Gespräche, Spaziergänge zu den Plakatwänden, Comic-Prominenz war da, Überraschungsgäste, stapelweise Bücher, Deuschlandradio hatte seine Reporter losgeschickt, die Jungs von tausche-Taschen haben die “Da war mal was…”-Deckel präsentiert, ich durfte signierensignierensignieren und am Ende in der Kapelle ein bisschen aus “Da war mal was…” vorlesen. Der Beamer stand schon bereit um die Bilder an die Wand zu werfen, doch zur Einführung hatte ich einen kleinen Text geschrieben, der nochmal erzählt, wie es zu der Idee der OpenAir-Ausstellung gekommen ist. Ein Buchstabentext. Ohne Bilder. Das war Premiere. Einen reinen Buchstabentext habe ich noch nie vor Publikum gelesen. Ich war erstaunt, wie gut das funktioniert hat. Vielleicht werde ich in Zukunft sowas öfters machen…

Der Abend und das bisherige Feedback zum Projekt gibt mir das Gefühl, dass es all den Einsatz, die Anstrengungen und Nerven wert war. An dieser Stelle nochmal ein dickes “Danke!” an alle, die mich und “Da war mal was…” auf dem Weg unterstützt haben.

Ich bin glücklich, dass “Da war mal was…” sich nun so zeigen kann. Ich freue mich sehr, dass die acht Episoden an der Bernauer Strasse installiert sind. Ich hoffe, dass nun vielleicht Leute, die dort sonst einfach nur vorbeigefahren wären, kurz innehalten und denken: “Ach, ja. Stimmt. Da war mal was…”

P.S: Bald kommen noch mehr Fotos von der Eröffnung. Das Panoramafoto hat Christian Maiwald gemacht. Und Comictagebuch-Kollege Daniel Henze hat den Abend so gesehen.

bisher 5 Kommentare 11. August 2009

Dwmw vom 02.08.09

Dies ist die vierunddreissigste Folge von “Da war mal was…”, sie ist am 02.08.09 im Berliner Tagesspiegel erschienen.

Unter dem Titel “Die Mauer als Muse” ist am 04.08.09, ebenfalls im Tagesspiegel, ein längerer Artikel zu “Da war mal was…” erschienen. Nachlesen kann man ihn hier.

Und obendrauf verlost der Tagesspiegel auch noch drei Exemplare von “Da war mal was…”. Was man dafür tun muss? Das steht hier. Einsendeschluss ist der 15. August.

bisher 8 Kommentare 04. August 2009

Das Buch (4)

Das Buch ist fertig!!!

Vorgestern habe ich das erste Exemplar bekommen. Ich weiss, ich bin befangen, und aus mir spricht der stolze “Vater”, aber ich möchte trotzdem sagen, was ich seit dem Öffnen der Versandtasche jedesmal denke, wenn ich es anschaue: Es ist wunderschön geworden!

“Da war mal was…” ist ab sofort in jeder guten Buchhandlung erhältlich.

bisher 9 Kommentare 31. Juli 2009

OpenAir-Ausstellung (3)

Die Plakate sind in der AluDibond-Druckerei. Die Flyer verteilt. Die Sektflaschen vorgekühlt. Die Honorationen eingeladen. Gutes Wetter bestellt.

Am 05. August um 20:00h wird in Berlin an der Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Strasse 111, mitten im ehemaligen Todesstreifen, die “Da war mal was…”-OpenAir-Ausstellung feierlich eröffnet. Und im Anschluss an die Eröffnungsreden werde ich in der Kapelle der Versöhnung eine “Da war mal was…”-Lesung machen. Der Eintritt ist frei.

Und ihr seid alle herzlich eingeladen, dabei zu sein!

Mann, bin ich nervös…

bisher 6 Kommentare 29. Juli 2009

Die tausche-Tasche

Am Helmholtzplatz, mitten im Prenzlauer Berg, gibt es einen kleinen Laden, in dem ich mir vor zwei oder drei Jahren eine Umhängetasche aus LKW-Plane gekauft habe. Praktisch, schick und quasi unkaputtbar. Mit dem Clou, dass es vieleviele verschiedene Deckel für sie gibt, die man dank eines einfachen Reissverschlusssystems austauschen kann. Ich kann also, wenn ich rot drauf bin, mir den roten Deckel an die Tasche machen, wenn ich ein Vorstellungsgespräch habe den scharzen Deckel und wenn ich mich nach Blümchen fühle, den mit den Blümchen u.s.w… Deswegen heisst die Tasche auch “tausche”-Tasche.

Weil sie so praktisch, schick und quasi unkaputtbar ist, trage ich meine “tausche”-Tasche so ziemlich jeden Tag mit mir herum. So kam es auch, dass die Tasche in die Coverzeichnung des “Da war mal was…”-Buchs eingeflossen ist. Wenn man genau hinschaut, kann man sie erkennen.

Über ziemlich unglaubliche Wege hat vor kurzem Heiko, der Chef von “tausche”, die Coverzeichnung zu Gesicht bekommen. Und dachte sich sinngemäß: “Mannmannmann, auf so ein tolles Motiv habe ich ja schon lange gewartet.”. Na ja, sinngemäß. Aber dann hat er mich angemorst und er und ich sind ziemlich schnell übereingekommen, dass es Flix-”tausche”-Taschendeckel geben sollte. Mit der “Da war mal was…”-Coverzeichnung drauf. *freu!*

Jetzt sind die “Da war mal was…”-Deckel fertig. Es gibt sie in drei verschiedenen Größen und einer Gesamtauflage von 150 Stück. “tausche” produziert alle Deckel in Deutschland, sie werden von Hand unter fairen Bedingungen genäht. Bei den Taschen verhält es sich genauso. Ein einzelner “Da war mal was…”-Deckel kostet 15 Euro (klein), 19 Euro (mittel) bzw. 24 Euro (groß). Die Tasche (incl. zwei Deckeln nach Wahl) je nach Größe und Modell zwischen 45 und 139 Euro.

Hier geht es zum tausche-Online-Shop.

Wen ich irgendwo mit einem “Da war mal was…”-Deckel sehe, den spreche ich an. Versprochen.

bisher 12 Kommentare 21. Juli 2009

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