Stefan Pannor, ein freier Journalist,

hat eine Kritik zu "Da war mal was..." veröffentlicht:

“Natürlich kann die Erinnerung trügerisch sein. War der Kirschbaum im Garten wirklich so groß? Stimmt es, dass das Haus der Tante so gerochen hat? Ist Colt Seavers, der coolste Held aller Zeiten, wirklich der coolste Held aller Zeiten?

Und überhaupt, wie war das eigentlich früher in Deutschland, als es noch die BRD und die DDR gab?

Denn “Da war mal…”, erinnert Flix. Die Sammlung druckt Stücke ab, die zuvor im Berliner “Tagesspiegel” erschienen sind. Flix hat geschildert, was ihm Freunde, Bekannte und Zufallsbekanntschaften über die Vergangenheit, aber auch über das Dort und Dort mitgeteilt haben. Es sind sechsundzwanzig kurze Aufnahmen von dem, was von dieser Zeit übrig geblieben ist. Ulrich erinnert sich, wie er sich auf einer Reise in den Osten verirrte. Moritz erinnert sich, dass er die DDR als ein riesiges schwarzes Loch sah. Gero erinnert sich an die Spannung zwischen dem Öffnen von Westgeschenken zu Hause und der Rolle des braven Jungpioniers in der Schule.

Obwohl viele Erinnerungen mit der DDR verbunden sind,

Es ist ein sehr privates Buch – und das Private ist nicht unbedingt angenehm. Flix schildert auch Republikflucht, Stasi-Zuhören und Nachwendetraumata-Geschichten. Da Flix nicht selbst zeichnet, vermeiden die Geschichten die manchmal auffällige Harmoniebesessenheit, die seine anderen Werke plagt. Im Gegenteil, manche Geschichten sind düster, bitter und neurotisch, aber auch unterhaltsam und schön. Da ist zum Beispiel Heikes Erzählung über ihre vierzehnjährige Fehlgeburt. Oder Meike, die schildert, wie ihre Eltern in die DDR auswanderten, um dort genauso unzufrieden mit dem System zu sein wie in ihrer alten Heimat.

Unerwartete Themen bedürfen ungewohnter grafischer Darstellungen.

Flix experimentiert hier mehr als in jedem anderen seiner Bücher mit der Form, gestaltet Seiten als Gedächtnisspiele, alptraumhafte Scherenschnittfolgen oder riesige Ausklappseiten. Hier dehnen Schatten und Schraffuren seinen regelmäßigen Strich dramatisch aus.

Auf diese Weise setzt Flix Erinnerungen, die nicht seine eigenen sind, auf visuell anregende Weise neu zusammen. Aber er macht sie zu völlig eigenständigen Ereignissen, gerade weil Erinnerungen subjektiv, falsch und verfremdend sind und jede Erinnerung somit einzigartig ist.”